HT 1-Einführungskurs Hand "Anatomie der Hand"
Diese Veranstaltung bildet den Auftakt zur Blockreihe des Zertifikatslehrgangs „Zertifizierter Handtherapeut der AFH“ und richtet sich an Fachpersonen, die ihre Kenntnisse im Bereich der Handrehabilitation vertiefen möchten.
Dabei werden sowohl grundlegende als auch spezifische anatomische und biomechanische Zusammenhänge der oberen Extremität behandelt – insbesondere im Bereich des distalen Radioulnargelenkes, des Handgelenkes sowie der Finger- und Daumengelenke.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Palpationslehre, durch die die Teilnehmenden in die Lage versetzt werden, anatomische Strukturen wie Knochen, Muskeln, Sehnen, Gefäße, Nerven und ligamentäre Verbindungen am Unterarm und an der Hand in vivo zu ertasten und korrekt zu lokalisieren.
Ziel ist es, ein grundlegendes anatomisches Verständnis zu entwickeln, um Strukturen zunächst sicher erkennen und ertasten zu können.
Dabei steht weniger die Unterscheidung von physiologischem und pathologischem Gewebe im Vordergrund, sondern das Erlernen und Wiedererkennen anatomischer Orientierungspunkte als Basis für spätere klinische Einordnung.
Darüber hinaus werden häufig auftretende Pathologien der Hand erörtert. Dies ermöglicht einen fundierten Einstieg in die handtherapeutische Praxis und bereitet gezielt auf weiterführende Inhalte der Blockreihe vor.
Die Veranstaltung vermittelt nicht nur einen Überblick über das Wahlpflichtmodul „Handrehabilitation“, sondern fördert auch das Verständnis für die komplexe Biomechanik der Hand und ihre Bedeutung für funktionelle Zusammenhänge im gesamten Bewegungsapparat.
Sie schafft die Voraussetzung, mechanische Störungen zu erkennen, relevante Strukturen sicher zu palpieren und Krankheitsbilder differenziert zu betrachten – eine essenzielle Grundlage für die qualifizierte Arbeit in der Handtherapie.
Es bildet die Grundlage für alle weiteren Module des Lehrgangs und sollte daher unbedingt zuerst besucht werden.
HT 2-Basiskurs Hand I "Finger- und Daumengelenke"
Diese praxisorientierte Fortbildung bietet einen umfassenden Einblick in die anatomischen, physiologischen und pathologischen Grundlagen der Gelenkstrukturen – insbesondere von Finger- und Daumengelenken.
Zu Beginn steht der Aufbau des Bindegewebes im Vordergrund, besonders in Bezug auf Kapsel und Knorpel. Dabei werden auch deren pathologische Veränderungen und der daraus resultierende therapeutische Handlungsbedarf fundiert erklärt.
Darauf aufbauend wird die handtherapeutische Befunderhebung systematisch vermittelt – von Anamnese, Inspektion, Palpation bis hin zur strukturierten Funktionsuntersuchung.
Auch der Clinical Reasoning Prozess, Schmerzbefundung und die Interpretation der Ergebnisse sind zentrale Bestandteile, um eine präzise Diagnostik zu ermöglichen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der spezifischen Befunderhebung der Finger- und Daumengelenke.
Dabei wird sowohl die aktive als auch passive Funktionsprüfung intensiv geübt, ergänzt durch relevante Instabilitätstests.
Die Bedeutung ergänzender Untersuchungsmethoden wird ebenso aufgegriffen – unter anderem durch praxisnahe Einführungen in Kraftmessungen, Gelenkmessungen nach der Neutral-Null-Methode sowie weitere valide Messverfahren.
Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt ist die Einführung in die manuelle Therapie.
Die Teilnehmenden lernen die manualtherapeutischen Grundlagen kennen, erproben Befundmethoden an den Gelenkstrukturen und wenden verschiedene Behandlungstechniken praktisch an – etwa Traktion, Kompression, translatorisches Gleiten oder dreidimensionale Mobilisationen speziell an Finger- und Daumengelenken.
Darüber hinaus wird auf das Krankheitsbild Rhizarthrose detailliert eingegangen.
Die Pathophysiologie wird anschaulich erklärt, und auf Basis eines exemplarischen Behandlungskonzepts werden konkrete therapeutische Maßnahmen vorgestellt.
Ziel der Fortbildung ist es, den Teilnehmenden Sicherheit in der prozessorientierten Befunderhebung zu geben, die Befunddokumentation strukturiert aufzubauen und die Ergebnisse kompetent zu interpretieren.
HT 3-Basiskurs Hand II "Hand- und Radioulnargelenk"
Vertiefen Sie Ihr Wissen rund um das komplexe Zusammenspiel von Hand- und Radioulnargelenk mit unserem praxisorientierten Modul.
Erleben Sie, wie angewandte Biomechanik und arthrokinematische Modelle gezielt zur Befundung und Therapie des Handgelenks eingesetzt werden.
Erlernen Sie die systematische Funktionsuntersuchung des Handgelenkes und lernen Sie, diese präzise zu interpretieren.
Sie erhalten fundierte Einblicke in theoretische Grundlagen und praktische Anwendung von Instabilitätstests.
Manualtherapeutische Techniken für das distale Radioulnargelenk, das Radiokarpalgelenk und das carpale Gefüge sind zentrale Bestandteile des Kurses.
Typische Pathologien wie Sehnenscheidentzündungen oder Ganglien werden eingehend behandelt und mit praxisnahen Therapiekonzepten verknüpft.
Einführende Inhalte zur allgemeinen Physiologie und Pathophysiologie des Schmerzes erweitern Ihr klinisches Verständnis.
Darüber hinaus beleuchten wir die Rolle des vegetativen Nervensystems bei Beschwerden der oberen Extremität.
Sie lernen vegetative Untersuchungstechniken sowie spezifische Behandlungsmöglichkeiten im Bereich der Brustwirbelsäule kennen.
Thermische Anwendungen und trophisch-wirksame Techniken werden theoretisch fundiert und praktisch eingeübt.
Ziel des Kurses ist es, dass Sie biomechanische Prinzipien auf das Radioulnar- und Handgelenk gezielt anwenden können.
Sie werden befähigt, eine prozess- und zielorientierte Befunderhebung durchzuführen und daraus ein strukturiertes Behandlungskonzept abzuleiten.
Therapiemodelle für häufige Krankheitsbilder werden gemeinsam entwickelt und praktisch erprobt.
Sie vertiefen Ihr Wissen zur Schmerzphysiologie und deren Relevanz für therapeutisches Handeln.
Zudem gewinnen Sie ein umfassendes Verständnis für die Wirkmechanismen segmentaler und trophisch wirkender Therapieverfahren.
Abschließend erweitern Sie Ihre Kenntnisse im Bereich der vegetativen Diagnostik und therapeutischen Anwendung gezielt und praxisnah.
Handtherapie - HT 1 - HT 3
Dozent:
Team der Akademie für Handrehabilitation
Unterrichtseinheiten:
48
Fortbildungspunkte:
48
Kurskategorie:
Zertifikatskurs Handtherapie - Modul 1
